Samstag, 27. April 2019

Der Aberglaube erstaunlich vieler Theologen

Ich staune in der letzten Zeit nicht schlecht darüber, wie viel Aberglaube (zumindest in Deutschland, weltkirchlich ist das glaube ich gar nicht so verbreitet) unter den Theologen (d.h. denen, die es nun wirklich besser wissen sollten!) herrscht.

In letzter Zeit höre ich oft die Aussage: Frauen sollten zu Priesterinnen geweiht werden dürfen!

Bei diesem Satz ist aber die Grundannahme verkehrt. Denn die erste Frage ist nicht, ob Frauen geweiht werden dürfen, sondern ob sie es denn können.

Ich muss von vorne anfangen: Was ist die Priesterweihe?

Im Gegensatz zur Evangelischen Kirche, wo Pfarrer(innen) von Menschen ernannt werden, ist die Priesterweihe ein Sakrament.

Ein Sakrament ist eine äußere Handlung, die Menschen vollziehen, doch der eigentlich Handelnde ist Gott. Das mit den fünf Sinnen Wahrnehmbare ist nur ein äußeres Zeichen, das eben dazu dient, dass wir wahrnehmen, dass jetzt etwas Bestimmtes geschieht. Aber das eigentliche Geschehen des Sakraments ist für unsere Sinne nicht wahrnehmbar.

Ein Beispiel:
In der Beichte spricht der Priester dem Beichtenden die Vergebung Gottes zu. Aber es ist Gott, der die Sünden vergibt, nicht der Priester. Die Worte des Priesters sind das äußere Zeichen; die Vergebung Gottes ist aber das eigentliche Geschehen des Sakraments.

Ja, in den Sakramenten knüpft Gott tatsächlich sein Wirken an das Handeln des Menschen. Hier hat der Mensch eine große Verantwortung.
Deshalb sind die Sakramente etwas so Heiliges und es gibt genaue Kriterien, wann ein Sakrament "gültig" gespendet wurde, also ob hier Gottes Handeln tatsächlich stattgefunden hat.

Wenn nun also die Priesterweihe ein Sakrament ist, dann ist es Gott, der am Werk ist. Gott verwandelt den einfachen Mann, der die Weihe empfängt, in einen Priester, der ab diesem Zeitpunkt gewisse göttliche Vollmachten hat, wie z.B. das Bußsakrament zu spenden, also in Gottes Namen Sünden zu vergeben.

Sind die Bedingungen für ein Sakrament nicht gegeben, dann findet das Sakrament auch nicht statt. Um nochmal die Beichte als Beispiel zu nehmen: Wenn der Beichtende seine Sünden nicht bereut, dann kann der Priester zwar die Lossprechungsworte sagen, doch die Vergebung findet dann trotzdem nicht statt. Äußerlich sieht alles genauso aus wie in einer gültigen Beichte; doch der Mensch, der nicht bereut, empfängt das Sakrament der Vergebung nicht.

Wie ist das nun bei der Priesterweihe? Ich habe die Frage gestellt, ob Frauen denn zu Priestern geweiht werden können.

Die Kirche hat keinen Anhaltspunkt dafür, dass es möglich wäre. Gott hat (aus welchem Grund, das will ich hier gar nicht diskutieren, denn Gott ändert seine Entscheidung auch nicht, wenn wir sie doof oder sinnlos finden) ganz offenbar die Priesterweihe den Männern vorbehalten. Selbst Maria, die er über alle Apostel und überhaupt alle anderen Menschen erhoben hat, hat er nicht zum Priestertum berufen. Ob es uns schmeckt oder nicht, so hat der Boss das entschieden.

Das bedeutet für uns: Selbst wenn wir der Meinung sind, Frauen sollten die Priesterweihe empfangen dürfen, so können wir zwar die Zeremonie entsprechend durchführen - sämtliche Priester und selbst der Papst können einer Frau die Hände auflegen und sie zur Priesterin weihen wollen - es wird dennoch nichts geschehen.

Anders ausgedrückt: Die Kirche hat von Gott nicht die Vollmacht, Frauen zu Priestern zu weihen. Genauso wenig hat sie übrigens die Vollmacht, Tiere zu weihen - oder Engel. Die Priesterweihe ist männlichen Menschen vorbehalten. Das ist keine Diskriminierung der Engel, sondern eine klare Aufgabenverteilung.

So wie ein Mann keine Kinder gebären kann. Wir können, wie "Loretta" (siehe Filmausschnitt unten) darüber diskutieren, ob Männer gebären dürfen - sie können es halt einfach nicht. Das hat der Schöpfer so festgelegt. Das ist auch sein gutes Recht, es ist schließlich seine Welt.

Bitte nicht falsch verstehen:
Ich sage nicht: Weil Männer keine Kinder gebären können, können Frauen nicht geweiht werden. Das wäre Quatsch. Ich sage: Unser Schöpfer hat gewisse Dinge festgelegt, die wir nicht ändern können.

Und da wir sie nicht ändern können, hat es auch keinen Sinn, darüber zu diskutieren. Argumente für oder gegen das Frauenpriestertum aufzuzählen bringt nichts, weil die Sache längst entschieden ist - weil Gott sie entschieden hat und wir nichts daran ändern können.

Wir können natürlich Frauen erlauben, Priesterinnen zu werden. Aber weihen können wir sie nicht.
Zu denken, wir könnten es, ist Aberglaube. 


Hier nun also "Loretta" und die Diskussion um können und dürfen:


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